Unterzuckerungen können nur diejenigen Diabetiker bekommen, die
entweder Insulin spritzen und/oder mit Tabletten aus der Gruppe
der Sulfonylharnstoffe
oder Glitazone behandelt werden. Daher sollten diese Diabetiker
auch immer Traubenzucker bei sich haben.
Mögliche Ursachen für eine Unterzuckerung sind:
- zuviel Insulin gespritzt oder zuviel Tabletten mit Sulfonylharnstoff/Glitazon
eingenommen
- zu wenig oder zu spät oder keine Kohlenhydrate
gegessen
- zu langer Spritz-Eßabstand
- mehr Bewegung als normalerweise, dazu gehört auch ein längerer
Spaziergang, verstärkte Hausarbeit, z.B. Fenster putzen etc.
- sportliche Betätigung ohne entsprechende Vorsorgemaßnahmen
- Alkohol in größerer Menge getrunken, dieser blockiert die
Zuckerbildung in der Leber und vermindert dadurch den Blutzucker
- verschieden Medikamente, wie z.B. Betablocker oder höhere Mengen
von Salicylaten können eine Unterzuckerung begünstigen
Warnsymptome einer Unterzuckerung:
- Schweißausbruch
- Herzklopfen
- wackelige Knie
- Muskelzittern
- Heißhunger
- Sehstörungen
- Konzentrationsschwäche
- Psychische Verstimmtheit
- Evtl. aggressives Verhalten
- Verwirrtheitszustände
- Gleichgewichtsstörungen
Wenn der Zuckermangel weiter zunimmt, kommt es unweigerlich zum
gefährlichen Bewußtseinsverlust.
Daher müssen Sie bei diesen Anzeichen unbedingt Gegenmaßnahmen
ergreifen und sofort Kohlenhydrate zu sich nehmen. Folgende Möglichkeiten
wirken in ca. 5-10 Minuten:
- 3-4 Traubenzuckertäfelchen (z.B. Dextro Energen) oder
- 5-6 runde Traubenzucker (z.B. Intact) oder
- Carrero (Flüssigzucker) oder
- 1/2 Glas Saft / Cola / Limo (keine zuckerfreien Getränke)
Folgende Möglichkeiten wirken in ca. 10-15 Minuten:
- 1 Apfel oder
- 2 Stück Zwieback, 2-3 Kekse oder
- 1 Joghurt
Wenn Sie gerade eine Tätigkeit ausüben, bei denen Sie sich
oder andere in Gefahr bringen könnten, müssen Sie sofort
damit aufhören; z.B. beim Autofahren, Arbeiten an Maschinen,
Arbeiten, bei denen Sie abstürzen können, etc..
Unterzuckerung mit Bewußtlosigkeit.
Bei Unterzuckerung mit Bewußtlosigkeit muss Glukagon gespritzt
werden, da dieser Zustand immer lebensgefährlich ist.
Es muss
unverzüglich ein Arzt gerufen werden! Dieser kann im Bedarfsfall
Glukagon direkt in die Vene spritzen.
Ihre Angehörige, Freunde oder
Arbeitskollegen können Ihnen Glukagon wie folgend beschrieben in das
Unterhautfettgewebe im Bauch spritzen:
Die mit Wasser gefüllte Glasspritze (mit Kanüle) wird in das
Fläschchen mit dem Glukagonpulver gespritzt. Wenn das Pulver
aufgelöst ist, wird das Gemisch in die Spritze aufgezogen. Diese wird
dann am besten in das Unterhautfettgewebe am Bauch injiziert, genau wie
auch Insulin gespritzt wird. Es kann aber auch in den Muskel gespritzt
werden. Der Diabetiker sollte nach wenigen Minuten aufwachen und dann
weitere Kohlenhydrate zu sich nehmen.
Auf keinen Fall darf einem Bewusstlosen Flüssigkeit oder
etwas Festes eingeflößt werden, da dann Erstickungsgefahr
besteht!