Diabetikern sollte die Fußpflege besonders am Herzen liegen!
Die Diabetische Nervenerkrankung (Polyneuropathie)
ist eine gefährliche Begleiterkrankung und beginnt meistens an den Füßen.
Erste Anzeichen: Ameisenlaufen, Kribbeln, schmerzende Beine.
Suchen Sie bei diesem Merkmalen Ihren Arzt auf und besprechen Sie sich mit
ihm über die weitere Behandlung.
Im fortgeschrittenen Stadium spürt der Patient an den Füßen und Beinen
wenig oder nichts mehr. Das bedeutet, dass er Verletzungen, Schwellungen, Warm-Kalt,
Hühneraugen, Risse nicht mehr wahrnehmen kann. Kleine Risse und
Hautabschürfungen können sich, wenn dies nicht bemerkt wird, infizieren.
Dies kann zu schlimmen Geschwüren führen, man nennt das, den sogenannten
Diabetischen Fuß.
Deshalb empfehlen wir Ihnen:
Kontrollieren Sie Ihre Füße täglich!
Untersuchen Sie regelmäßig, ob kleine Verletzungen, Blasen,
Druckstellen oder Rötungen zu sehen sind.
Um Schäden an den Füßen vorzubeugen, ist ein tägliches
Fußpflegeprogramm nach folgendem Schema zu empfehlen:
waschen, anschauen,
pflegen.
Füße waschen
3 - 5 Minuten in 36°C warmem Wasser; Temperatur mit Thermometer
überprüfen! Milde Seife verwenden (z.B. Babyseife), Seife gründlich
abspülen. Füße sorgfältig mit einem weichen Handtuch trocken tupfen
(möglichst nicht reiben), auch zwischen den Zehen!
Füße anschauen
Bei eingeschränkter Beweglichkeit einen Vergrößerungsspiegel
verwenden, bei Sehschwäche eine andere Person mit der Inspektion
beauftragen. Auf Veränderungen ist zu achten, z.B. Blasen, Druckstellen,
Entzündungen (Rötung, Schwellung, Hautverfärbungen), Hornhautschwielen
und Hühneraugen, eingewachsene Fußnägel, kleine Verletzungen.
Bei diesen Veränderungen wird der Besuch beim Facharzt oder der
Fußambulanz nötig.
Füße pflegen
Zehennägel:
Bei Bedarf mit einer abgerundeten Nagelfeile so Feilen, dass der
Nagelrand mit der Zehenkuppe gerade abschließt. Scheren, Nagelknipser
oder -zangen sind ungeeignet.
Hornhaut, Hühneraugen:
Nach dem Fußbad mit Naturbimsstein entfernen;
Ursache für Druckstellen suchen (Schuhe, Strumpf).
Zur Hornhautentfernung
folgende Produkte
nicht verwenden:
Hornhaut- und Hühneraugenpflaster,
Hornhauthobel, Rasierklingen, scharfe und spitze Gegenstände,
Druckstellenpflaster.
Therapien:
Vom Arzt verordnete Therapien durchführen (Fußpilzbehandlung,
Wundversorgung u.ä.)
Verletzungen:
Verletzungen werden mit einem farblosen Antiseptikum desinfiziert
und mit einem trockenen, sterilen Wundverband bedecken. Arztbesuch!
Hautpflege:
Rauhe, rissige, trockene Haut wird am besten mit einem
feuchtigkeitsspendenden Hautmittel gepflegt.
Kalte Füße:
Wollsocken anziehen, Fußgymnastik machen. Wärmflaschen, Heizdecken
oder andere Heizquellen bergen Verbrennungsgefahr!