Man versteht unter Polyneuropathie die Schädigung mehrerer
peripherer Nerven - diese sind, einfach erklärt, die
Verbindungsstrecke zwischen Rückenmark und Haut, Muskeln, Schweißdrüsen
sowie anderen Organen, die in der Peripherie liegen.
Man unterscheidet folgende Arten:
- Die sensible Polyneuropathie: hier ist die
Gefühlswahrnehmung gestört.
- Die motorische Polyneuropathie: hier sind die Muskeln durch
Lähmung betroffen.
- Die autonome Polyneuropathie: Hier ist die Nervenversorgung der Haut
und der Schweißdrüsen gestört, es können aber auch innere Organe
(Herz, Blase, Magen-Darm) betroffen sein.
Wenn sensible Fasern betroffen sind, kann dies zu einem
ähnlichen Gefühl wie eingeschlafenen Füssen führen. Oft beginnt dies
an einem Zeh und breitet sich dann auf den ganzen Fuß aus. Es kann sein,
dass man ein Gefühl bekommt, als sei der Fuß eng mit einer Bandage
umwickelt. Wenn das Gefühl für die Stellung der Gelenke wegfällt, wird
man unsicher beim Gehen, das sich vor allem in der Dunkelheit bemerkbar
macht. Wenn die Schmerz- und Temperaturwahrnehmung gestört ist, birgt
dies Gefahren - denn Schmerzen haben eine wichtige Warnfunktion.
Sind motorische Fasern betroffen, kann man oft den
Vorfuß nicht richtig heben und stolpert deshalb leicht über die
Fußspitze. Auch Muskelkrämpfe können die Folge sein.
Sind autonome Fasern betroffen, die Richtung Haut gehen,
versagen oft die Schweißdrüsen und die Talgdrüsenfunktion wird
gestört. Die Folge davon ist eine deutlich trockene Haut und es bildet
sich mehr Hornhaut.
Sind autonome Fasern betroffen, die zum Herz ziehen,
lässt die Fähigkeit nach, auf unterschiedliche Belastung mit einer
Veränderung der Herzfrequenz zu reagieren.
Sind Fasern zu Arterien
betroffen, kann es sein, dass der Blutdruck beim Aufstehen fällt, weil
die Arterien beim schnellen Hochgehen nicht mehr enggestellt werden - es
wird einem schwindlig. Allerdings kann man trotzdem an Bluthochdruck
leiden, denn der niedrige Blutdruck stellt sich nur beim schnellen
Aufstehen ein.
Sind Fasern betroffen, die zur Harnblase führen, kann es
zu häufigen Blasenentzündungen kommen.
Sind Fasern, die zum
Magen-Darm-Trakt führen betroffen, kann eine ungenügende
Magenentleerung, die man als Völlegefühl empfindet, die Folge sein. Es
kann sich sowohl Verstopfung als auch nächtlicher Durchfall einstellen.
Sie sollten jetzt aber trotz all den oben beschriebenen Symptomen
nicht überängstlich werden, denn nicht jeder Diabetiker bekommt eine
Polyneuropathie.
Und je mehr Sie wissen, desto besser können Sie reagieren.
Informieren Sie sich bei Ihrem behandelnden Arzt ob bzw. welche Störung
bei Ihnen vorliegt, denn nur so können Sie entsprechende
Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Ein wichtiger Faktor ist hier wie immer
eine gute Blutzuckereinstellung!!!!!
Arbeiten Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an einer
guten Einstellung.
Noch ein paar Tipps zum Schluss:
- Gehen Sie gewissenhaft mit Alkohol und Nikotin um.
- Pflegen Sie Ihre Füße
gut.
- Vermeiden Sie Verletzungen.
- Ziehen Sie passende Schuhe
an.
- Vermeiden Sie nachts Auto zu fahren.
- Wenn Sie beim Gehen unsicher sind, sollten Sie versuchen durch
Krankengymnastik Ihre Gangsicherheit zu verbessern.
- Wenn Sie Schmerzen haben, können Sie mit Bürstenmassagen,
Kaltwasseranwendungen oder Kontaktfolienanwendungen versuchen die
Schmerzen zu lindern.